Dies und DasDies und Das

Die Rauhnächte – Vom Räuchern und Wäsche aufhängen

Als Rauhnächte bezeichnet man die Nächte zwischen dem 24. Dezember und dem 05./06. Januar. Zu der Zeit dieser 12 Nächte war es früher Tradition möglichst nicht zu arbeiten, sondern das alte Jahr zu reflektieren, das Jetzt wahrzunehmen und zu entspannen.
„Nacht“ deswegen, weil wir uns nach dem keltischen Jahreskreis in der Jahresnacht befinden. Somit ist der ganze Tag „Nacht“. Und die letzte Rauhnacht endet in der Regel mit der Nacht vom 5. Januar auf den 06. Januar.
Es gibt auch noch die Varianten, dass die Rauhnächte schon am 21.12., also an der Wintersonnenwende beginnen und/oder erst am Drei-Königs-Tag, 06.01., enden, das ist regional verschieden.

In dieser Zeit steht nach altem Volksglauben das Geisterreich offen, und die Seelen der Verstorbenen sowie die Geister haben Ausgang.
Die bekannteste Tradition der Rauhnächte ist das Räuchern von Wohnungen, Gebäuden und Ställen. Je nach Region wird entweder am Heilig Abend, Silvester und am Heilige-Drei-Könige geräuchert – mancherorts aber auch täglich. Mit dem Räuchern werden die alten oder negativen Energien vertrieben und die Räume für das neue Jahr gereinigt. Vielfach wird mit Weihrauch geräuchert, aber auch weißer Salbei eignet sich sehr gut. Weißer Salbei gilt als reinigend, tonisierend, antiseptisch, fiebersenkend und kühlend. Weihrauch ist ebenfalls antiseptisch und reinigend und ist zusätzlich entspannend und beruhigend. Landwirte berichten gern: „Auffällig ist, dass alle Tiere, auch die sonst ganz nervösen, sich ruhig verhalten, wenn geräuchert wird, und nur groooße Augen machen. Über manche Dinge wissen die Viecher eben viel besser Bescheid als wir.“

Beim Räuchern geht es allerdings nicht nur darum, dass man irgendwo, irgendwie, irgendwas räuchert; oder Räucherstäbchen anzündet und irgendwo abstellt. Es geht beim Räuchern um mehr, als nur Rauch machen und von einer Ecke in die andere zu gehen. Wer mehr dazu wissen möchte, legt sich am Besten ein gutes Buch über das Räuchern zu, googlet oder wendet sich an einen Spezialisten.
Ein Beispiel für Anfänger: In den ausgewählten Nächten räuchert man das Haus und den Hof und erbittet Segen für alle die darin wohnen. Es werden getrocknete Kräuter (Weihrauch, Salbei, Lavendel, Mistel, etc) und Harze auf einem Stück glühender Kohle (oder spezielle Räucherkohle kaufen) verbrannt bzw. verglüht. Geräuchert wird immer von unten nach oben (im Keller anfangen), da der Rauch nach oben steigt. Fenster aufmachen, damit das Negative Abziehen kann! Und dabei reinigende und segnende Worte sprechen je nach Ihrer spirituellen Tradition z.B. „Möge alles Dunkle uns jetzt verlassen und goldener Segen das Haus durchströmen. Möge dieser himmlische Segen uns beschützen, leiten und tragen das ganze Jahr.“

Die vier wichtigen Rauhnächte galten mancherorts als derart gefährlich, dass sie mit Fasten und Beten begangen wurden. Im Haus durfte keine Unordnung herrschen, keine weiße Wäsche auf der Leine hängen (welche die Reiter stehlen würden, um sie dann im Laufe des Jahres als Leichentuch für den Besitzer zu benützen). Es durften keine Wäscheleinen gespannt werden, da sich in diesen die Wilde Jagd verfangen könnte. In einer anderen Version ist dies besonders (jüngeren) Frauen verboten. Durch das Aufhängen von weißer (Unter-) Wäsche würde die Wilde Jagd angelockt und dann über diese Frauen „herfallen“. Frauen und Kinder sollten nach Einbruch der Dunkelheit auch nicht mehr alleine auf der Straße sein. In manchen Gegenden des Ostalpenraums wurden diese Vorschriften von Perchten überwacht.