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Buch-Tipps Dezember 2010

Warum das Leben schneller vergeht, wenn man älter wird
Von den Rätseln unserer Einnerungen
Autor: Douwe Draaisma
Verlag: Eichborn
ISBN-13: 978-3821807225

Von Dej -vus, absolutem Gedächtnis, inneren Blitzlichtern und Gedächtnislücken – Douwe Draaismas faszinierendes Meisterwerk über Erinnern und Vergessen.Kaum ein Phänomen ist faszinierender als das menschliche Gedächtnis – grandios, was wir uns merken können, staunenswert, was wir alles erinnern; erschütternd aber auch, was wir vergessen. Aber vergessen wir es wirklich? Manchmal werden angeblich längst vergessene Ereignisse wieder nach oben gespült – irgendwo waren sie im Verborgenen gespeichert … Gedächtnis und Erinnerung sind rätselhafte Phänomene und längst sind noch nicht alle Geheimnisse um sie gelöst. Warum etwa erinnert man sich so gut an Demütigungen und Niederlagen? Warum haben manche Menschen das absolute Gedächtnis? Wie funktioniert das Gedächtnis und wie kann man es trainieren? Warum ist die Grenze zwischen Erinnerung und Erfindung oft so unklar? Und: wie sieht es mit so geheimnisvollen Erlebnissen wie Deja-Vus und dem berühmten Zug der Erinnerungs-Bilder kurz vorm Tod au s?Der niederländische Arzt und Psychologe Douwe Draaisma nimmt in seinem glänzend geschriebenen Buch den staunenden Leser bei der Hand und führt ihn – kundig, anregend und bewusstseinserweiternd – durch die dunklen Wälder der Erinnerung. 

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Abschied vom Ich und wie leicht es sich ichlos lebt
Autor: Werner Ablass
Verlag: Omega-Verlag
ISBN-13: 978-3930243495

Eine Untersuchung über die Realität des Ich-Gefühls in leicht verständlichen, essayistischen Texten.

Nicht nur die Weisen aller Zeitalter wußten, daß das Ich nichts weiter als Einbildung ist. Auch die Ergebnisse der modernen Hirnforschung bestätigen dies. Der Philosoph Thomas Metzinger spricht daher zu Recht von einer Bewußtseinsrevolution. Der Autor erlebte seinen Abschied vom eingebildeten Ich jedoch nicht aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnis. Sein Ich kam ihm abhanden, nachdem er die von dem indischen Advaita-Meister Ramesh Balsekar empfohlene Selbstuntersuchung vorgenommen und dabei festgestellt hatte, daß es zwar Gedanken, Entscheidungen und Taten gibt, jedoch keinen individuellen Denker, Entscheider und Täter. Dies geschah im Juli 2004 in Bombay. Allerdings hatte er zuvor etwa 40 Jahre auf vielen spirituellen Wegen nach der Wahrheit und nach Erleuchtung gesucht. In seiner unnachahmlichen Art, komplexe Zusammenhänge so einfach darzustellen, daß es selbst dem spirituellen Lehren fernstehenden Leser einleuchtet, beschreibt er, wie sich das Leben nach dem Abschied vom Ich auf allen relevanten Lebensfeldern zum Vorteil verändert.

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Das Ende ist mein Anfang – Ein Vater, ein Sohn und die große Reise des Lebens
Autor: Titiano Terzani
Verlag: Goldmann
ISBN-13: 978-3442129874

„Seit Monaten spüre ich eine geballte Freude in mir, die nach allen Richtungen ausstrahlt. Ich habe das Gefühl, nie zuvor so leicht und glücklich gewesen zu sein.“ Kaum zu glauben, dass dies die Worte eines Todgeweihten sind. Aber durchaus typisch für die Lebenseinstellung Tiziano Terzanis, der sich kurz vor seinem Krebstod zu einer ausführlichen Aussprache mit seinem Sohn Folco traf. Die ebenso erschütternden wie in ihrem optimistischen Grundtenor irgendwie tröstlichen Reflexionen des damals 64-jährigen Journalisten und Schriftstellers flossen posthum in ein Buch ein, das in Italien rasch zum Bestseller avancierte und auch in Deutschland zum Verkaufsschlager wurde.

Natürlich hatte Terzani, der über Jahrzehnte als Asienkorrespondent unter anderem für den Spiegel schrieb und unser Bild vom Fernen Osten wesentlich mitprägte, ein bewegtes und abenteuerliches Leben, das er hier noch einmal in aller Ausführlichkeit Revue passieren lässt. Doch darf es bezweifelt werden, dass es primär die Neugier am Privatleben einer vergleichsweise nicht übermäßig prominenten und unglamourösen Persönlichkeit ist, die die Leser anzieht.

Das erstaunlichste dieses Buches ist vielmehr die Gelassenheit, mit der der kurz zuvor zur fernöstlichen Religiosität konvertierte Terzani dem Tod entgegenblickt. Man mag von asiatisch-reliogiösen Gurus – und als solcher hat sich Terzani am Ende seines Lebens verstanden – halten, was man will. Eines muss man ihnen lassen: Sie verstehen es nicht nur zu leben – sondern auch in Würde zu sterben. Franz Klotz

Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung von Amazon.de
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