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Mythos Mond

Der Mythos – Mond

Was ist dran am Mythos Mond? Immer wieder klagen Menschen über schlaflose Nächte bei Vollmond, teilweise mit depressiver Verstimmung oder Heißhungerattacken. Manche schlafwandeln. Bei anderen regt sich die Libido.

In Internet-Foren wird das Thema Vollmond immer gerne diskutiert. Aber woran liegt es nun, dass wir wieder vermehrt zum Mond aufschauen und uns mit dem Mondzyklus beschäftigen?

Viele Untersuchungen haben ergeben, dass Schlaflosigkeit, Schalfwandeln oder vermehrte Geburten nicht auf den Vollmond zurückzuführen sind. Und doch hält sich das hartnäckige Gerücht, dass Luna verantwortlich ist. Fakt ist, dass die Hälfte aller Deutschen bei Vollmond schlecht schläft. Liegt das im Zeitalter der Rollläden tatsächlich daran, dass unsere Innere Uhr auf die besondere Helligkeit dieser Nächte und unsere Netzhaut auf die ungewohnte Lichtintensität reagiert?

 Wissenschaftlich sicher ist, dass der Mond tatsächlich für Ebbe und Flur verantwortlich ist. Also auf das Wasser. Nun besteht auch der Mensch zum größten Teil aus Wasser. Wäre es dann nicht logisch, dass auch wir auf den Mond reagieren – genau wie die Gezeiten?

 Fakt ist auch, dass Schlafwandler versuchen, auf ein Licht zuzugehen. Also hängt Schlafwandeln mit der Lichtintensität zusammen. Aber sie richten Sie wohl nicht nach dem Mond. Auch wenn Mondsüchtige dem Mythos nach Frau Luna bis aufs Dach folgen. Dieser Mythos begründet sich wohl daher, dass früher der Mond die einzige nächtliche Lichtquelle war. Bei der heutigen Nachthelligkeit braucht es aber keinen Mond mehr, um schlafend zu wandeln. Die Gründe für das Schlafwandeln sind immer noch nicht klar und geben der Wissenschaft Rätsel auf. Und warum gehen Schlafwandler meistens geradeaus und stoßen überall an? Oft sind es Kinder und Jugendliche, die nachts im Haus rumgeistern – und zwar nicht aus Jux, sondern tief schlafend. Am nächten Morgen erinnern sie sich aber nicht mehr daran. Tatsächlich befinden sich Schlafwandler im Tiefschlaf. Damit sie nicht in Panik geraten, sollte man sie langsam wieder ins Bett bringen und nicht wecken.

 Doch was sind die positiven Einflüsse des Mondes? Fragt man einen alten Bauern nach dem Mond, wird er viele Tipps auf Lager haben und auch von dem Erfolg berichten, den es bringt sich nach dem Mondkalender zu richten. Alt hergebracht hat der Mond Einfluß auf das Pflanzen, Sähen, Gießen, Düngen – aber auch dem Bäumefällen und Kräutersammeln. An bestimmten Tagen hat der Mond sehr günstigen Einfluss auf die Tätigkeiten in der Landwirtschaft. Denn im Rhytmus der Gezeiten reichern Pflanzen Wasser an oder eben nicht.

 In der Astrologie steht der Mond für das Weibliche und das Einfühlsame. Die Verbindung hier liegt augenscheinlich im Zyklus von Mond und Frau. Er beträgt bei beiden ungefähr 28 Tage (bei der Frau im körperlichen Aspekt und beim Mond in der Umlaufzeit um die Erde). Tatsache ist, dass der Mond in alten Mythen für das Weibliche steht, der Neumond für die Jungfrau, der Vollmond für die fruchtbare Mutter und der abnehmende Mond für die reife Frau – die Heilerin, die Magierin.

Wie so oft stehen Erfahrung und altes Wissen gegen nüchterne Zahlen. Es scheint so, als ob sich der Mensch von den natürlichen Rhythmen abgekoppelt hat. Der Terminkalender bestimmt heute unseren Tagesablauf und nicht mehr uralte natürliche Zyklen und natürliche Rhythmen. Trotzdem sind gerade heute wieder viele Menschen überzeugt von der Macht des Mondes.