Dies und DasDies und Das

Dahinter – Zum Nachdenken :-))

“Was ist eigentlich dahinter?” Herr Neunmalklug sah auf. “Wieso dahinter?” fragte er zurück.
“Na, hinter den Häusern.” antwortete Herr Tellerrand.
“Nichts.” entgegnete Herr Neunmalklug. “Es gibt nur den Hof. Darum stehen die Häuser. In den Häusern leben die Menschen. Dort und im Hof passieren die Geschichten. Hinter den Häusern gibt es nichts.” Herr Neunmalklug war sehr zufrieden mit seinem umfassenden Wissen.”Sind sie sicher?” – “Natürlich. Was sollte da sein? Es gibt keine Notwendigkeit für ein dahinter. Es gibt ein hier, und hier haben wir alles was wir brauchen.”
Herr Tellerrand runzelte die Stirn. “Aber woher wissen sie das?” – “Nun, wäre es anders, gäbe es ein dahinter und dann wüssten wir davon.” – “Aber wir haben niemals nachgesehen.” – “Wie denn auch? Es sind ja die Häuser davor. Und das ist auch gut so. Denn wer das Nichts gesehen hat, der wird wahnsinnig. Es ist für unseren Verstand nicht geschaffen.”
“Woher wissen Sie denn das jetzt wieder?” Herr Tellerrand war beeindruckt. “Das ist allgemein bekannt.” behauptete Herr Neunmalklug. “Der Musikant aus Haus 3 siebter Stock, der kannte jemanden, der hat das Nichts hinter den Häusern gesehen. Hat danach nix mehr gesagt, nix mehr gegessen und ist nach zwei Wochen verhungert.”
“Wo hat er das Nichts gesehen?” fragte Herr Tellerrand interessiert. Jetzt wurde Herr Neunmalklug ärgerlich. “Das weiß keiner und das ist auch gut so. Sonst könnte es ja auch anderen so gehen. Das wollen wir ja nicht. Und Ihnen mein Herr rate ich, auch keine Fragen in der Richtung zu stellen. Sonst nimmt es noch ein böses Ende mit Ihnen. Wir haben keine Lust, dass neugierige Kerle wie Sie die Allgemeinheit in Gefahr bringen. Guten Tag.”
 

Damit ging Herr Neunmalklug wieder ins Haus, leise vor sich hinschimpfend. Herr Tellerrand setzte sich auf die Bank vor Haus 2 und sah sich im Hof um. “Tatsächlich” sagte er sich,
“reicht dieser Hof für ein ganzes Leben aus. Aber trotzdem träume ich von etwas größerem und besserem.”
Dann sah er die Leiter vor Haus 4 liegen. Herr Meisenknödel machte damit immer den Taubendreck von seiner Fensterbank weg. Herr Tellerrand nahm die Leiter und lehnte sie an Haus 1. Er stieg sie hinauf, immer höher und höher. Bis er oben drüber sah.
Vor ihm lag eine neue Welt. Größer, weiter und schöner, als er sie sich jemals hätte erträumen können. Lange blieb er stehen und schaute nur. Dann steig er über das Haus und verließ seinen kleinen Roman.
Unten sah Herr Neunmalklug nach oben und schüttelte den Kopf.
“Ich wusste immer, dass es mit dem mal ein böses Ende nimmt.”